Klimafonds-Initiative8. März 2026

Ziel: Der Bund soll mehr Geld für die Bekämpfung des Klimawandels und seiner Folgen einsetzen.

Ausgangslage

Laut Klima- und Innovationsgesetz muss die Schweiz ihren Treibhausgas-Ausstoss bis 2050 auf netto null senken. Der Bund hat jährlich rund zwei Milliarden Franken für den Klimaschutz und den Umbau des Energiesystems zur Verfügung. Damit können z. B. Solaranlagen und Wärmepumpen gefördert werden. Um weniger Treibhausgase auszustossen und Energie wirksam zu nutzen, werden noch weitere Anreize geschaffen. Zu diesen zählen z. B. Vorgaben zu CO2-Höchstwerten bei neuen Fahrzeugen und eine CO2-Abgabe auf Öl und Gas. Für die Biodiversität setzt der Bund mehr als 500 Millionen Franken ein.

Es wurde eine Volksinitiative eingereicht, die verlangt, dass der Bund mehr Geld für die Bekämpfung des Klimawandels und seiner Folgen einsetzt. Deshalb stimmen wir nun darüber ab.

Was würde sich ändern?

Falls die Initiative angenommen wird, muss der Bund mehr Geld für die Be- kämpfung des Klimawandels und seiner Folgen einsetzen. Spätestens drei Jahre nach Annahme der Initiative muss er dafür einen Fonds errichten. Ein Fonds ist eine Art Geldtopf. In diesen Fonds zahlt der Bund bis 2050 jährlich 0.5 bis 1 Prozent des Schweizer Bruttoinlandprodukts (BIP) ein. Das sind ungefähr vier bis acht Milliarden Franken pro Jahr.

Mit dem Geld aus dem Fonds soll der Bund vor allem:

  • den Treibhausgas-Ausstoss senken;
  • einen sparsamen und wirksamen Energieverbrauch unterstützen;
  • den Ausbau erneuerbarer Energien vorantreiben;
  • die Biodiversität fördern.

Diese und weitere Massnahmen sollen sozial gerecht umgesetzt und finanziert werden.

Argumente der Befürworter/-innen

  • Die Folgen des Klimawandels sind in der Schweiz deutlich spürbar. Diesen Folgen wird mit der Initiative gezielt entgegengewirkt.
  • Mit dem Klimafonds investiert der Bund in die Infrastruktur der Schweiz. So fördert er eine nachhaltige Modernisierung.
  • Mit der Initiative sichert sich die Schweiz ihre eigene Energieversorgung. Das macht sie unabhängiger vom Ausland.

Argumente der Gegner/-innen

  • Der Bund ergreift bereits wirksame Massnahmen, um Anreize  zur Senkung des Treibhausgas-Ausstosses zu schaffen.
  • Der Bund hat bereits rund 2.5 Milliarden Franken pro Jahr zur Verfügung, um das Klima zu schützen und die Biodiversität zu fördern.
  • Die finanzielle Situation des Bundes ist bereits angespannt. Mit dem Klimafonds droht dem Bund eine zusätzliche Verschuldung.

Die Initiative im Detail

Ein Fonds ist eine Art Geldtopf, welcher nur für einen bestimmten Zweck genutzt werden darf. Das Geld im Klimafonds darf also nur genutzt werden, um den Klimawandel und dessen Auswirkungen auf die Umwelt, die Menschen und die Wirtschaft zu bekämpfen.

Laut Absatz 2 der Initiative muss der Bund insbesondere fünf Dinge unterstützen:

  • die Dekarbonisierung von Verkehr, Gebäuden und Wirtschaft:
    • «Dekarbonisierung» bezeichnet den Umstieg von fossilen Energien (z. B. Benzin auf erneuerbare Energien). Die Dekarbonisierung von Verkehr, Gebäuden und Wirtschaft bedeutet also, dass Massnahmen ergriffen werden müssen, damit diese Bereiche weniger fossile Energien benötigen und so weniger Treibhausgase ausstossen. Ein Beispiel dafür ist die Förderung von Elektroautos.
  • den sparsamen und effizienten Energieverbrauch, die Versorgungssicherheit und den Ausbau der erneuerbaren Energien:
    • Sparsamer und effizienter Energieverbrauch bedeutet, dass die vorhandene Energie sparsam und zielführend eingesetzt wird. Falls du noch mehr zum Thema Energie in der Schweiz erfahren möchtest, klicke hier.
    • die Versorgungssicherheit unterstützen bedeutet, dass Massnahmen ergriffen werden, damit die Schweiz genügend Energie (z. B. Strom) zur Verfügung hat.
  • die notwendigen Aus-, Weiterbildungs- und Umschulungsmassnahmen inklusive finanzielle Beiträge für den Ausgleich des Einkommensausfalls während der Ausbildungszeit:
    • Um die Forderungen der Initiative umzusetzen, braucht es Fachkräfte. Dieser Absatz fordert, dass der Bund Massnahmen ergreift, um solche Fachkräfte auszubilden und sie finanziell zu unterstützen.
  • nachhaltige und natürliche Karbonsenken:
    • Karbonsenken sind Kohlenstoff-Speicher. In diesen werden Treibhausgase längerfristig gebunden, sodass sie nicht in der Atmosphäre bleiben. Ein Beispiel für einen natürlichen Kohlenstoff-Speicher ist der Wald.
  • die Stärkung der Biodiversität, namentlich zur Bekämpfung der Folgen der Klimaerwärmung:
    • Die Biodiversität bezeichnet die Vielfalt der Lebewesen und ihrer natürlichen Lebensräume. Wie genau diese gestärkt werden kann erfährst du hier.

Was der Klimawandel genau ist und welche Massnahmen bereits dagegen ergriffen wurden, erfährst du hier.