easyvote-Lexikon

Das absolute Mehr beschreibt bei einer Wahl wie viele Stimmen ein/e Kandidatin braucht um gewählt zu werden. Um das absolute Mehr zu erreichen, braucht der/die KandidatIn eine Stimme mehr als die Hälfte aller gültigen Stimmen. Werden also 100 gültige Stimmen abgegeben, so beträgt das absolute Mehr 51 Stimmen (100/2 + 1). Das Absolutes Mehr wird zum Beispiel bei Ständeratswahlen, Regierungsratswahlen oder bei Bundesratswahlen angewendet.

Die AHV (Alters- und Hinterlassenenversicherung) ist die erste Säule der Schweizer Altersvorsorge. Die AHV ist obligatorisch: Erhält man einen Lohn, so muss man einen Teil deines Lohnes in die AHV einbezahlen (AHV-Beitrag). Der AHV-Beitrag wird je zur Hälfte vom / von der ArbeitnehmerIn und dem/der ArbeitgeberIn bezahlt. Sobald man pensioniert ist, erhält man von der AHV jeden Monat eine Rente. Die Höhe der Rente hängt davon ab, wie viel man in seinem Leben durchschnittlich verdient hat und wie viele Jahre man einbezahlt hat. Es gibt jedoch eine minimale sowie eine maximale AHV-Rente. Für eine unverheiratete Person sind das AHV Renten zwischen 14 100 Franken und 28 200 Franken pro Jahr.

Aktien sind Wertpapiere die an der Börse gehandelt werden können. Eine Aktie ist ein Anteil an einer Aktiengesellschaft. Aktiengesellschaften sind eine Art von Unternehmen. Eine Aktiengesellschaft hat eine bestimmte Anzahl Aktien. Wer eine Aktie kauft, dem gehört ein Teil der AG. Desto mehr Aktien man von diesem Unternehmen besitzt, desto einen grösseren Teil des Unternehmens besitzt man. Der Preis einer Aktie kann sich je nach Erfolg der AG verändern. Deshalb kann man durch den Handel von Aktien Geld gewinnen oder verlieren.

Wird man pensioniert, so geht man in den Ruhestand. Man erhält also keinen Lohn mehr. Damit man auch der Pensionierung doch noch Geld zum Leben hat, gibt es die Altersvorsorge. Dank der Altersvorsorge bekommt man z.B. jeden Monat einen gewissen Geldbetrag als Altersrente. In der Schweiz ist die Altersvorsorge in drei Teile aufgeteilt (AHV, Pensionskasse, Selbstvorsorge). Diese Teile nennt man Säulen. Man spricht darum bei der Schweizer Altersvorsorge vom «3-Säulen-Prinzip».

Angebot und Nachfrage beschreiben wie Konsumenten und Produzenten sich in der Wirtschaft verhalten. Konsumenten wollen Güter und Dienstleistungen kaufen. Das ist die Nachfrage. Produzenten bieten Güter und Dienstleistungen an. Das ist das Angebot. Oft ist mit Angebot und Nachfrage auch eine Theorie der Preisfindung verbunden. Die Theorie sagt, dass der jeweilige Preis eines Guts oder einer Dienstleistung durch Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Wenn das Angebot grösser ist als die Nachfrage wird etwas billiger. Dann gibt es nämlich mehr zu kaufen, als Konsumenten wirklich wollen. Wenn die Nachfrage grösser ist als das Angebot wird etwas teurer. Dann wollen nämlich mehr Konsumenten etwas kaufen, als möglich.

Von der Arbeitslosenversicherung erhält man dann Geld, wenn man seine Arbeitsstelle verliert. Die Arbeitslosenversicherung bezahlt einem für eine gewisse Zeit einen Teil des bisherigen Lohns. Oft muss man aber gewisse Auflagen erfüllen. Diese Auflagen können zum Beispiel sein, dass man eine gewisse Anzahl Bewerbungen schreiben oder eine Weiterbildung besuchen muss.

Ein Asylsuchender ist eine Person, welche aus einem anderen Land in die Schweiz kommt und hier Schutz sucht. Dafür hat sie ein Asylgesuch gestellt. Im Asylverfahren wird geprüft, ob diese Person ein Flüchtling ist und in der Schweiz bleiben darf.

Unter Umständen dürfen Asylsuchende in der Schweiz arbeiten.

AusländerInnen dürfen ohne Bewilligung als Touristen drei Monate in der Schweiz sein, oder solange wie das Visum gültig ist. Wer länger in der Schweiz bleiben möchte, braucht eine Aufenthaltsbewilligung. Die Schweiz kennt verschiedene Aufenthaltsrechte für AusländerInnen. Eine davon ist die Aufenthaltsbewilligung B für EU/EFTA-BürgerInnen. Sie gilt für Angestellte, Selbstständige, StudentInnen und Nichterwerbstätige. Personen aus EU/EFTA-Staaten haben Anspruch auf eine Aufenthaltsbewilligung auch ohne Arbeit. Sie müssen zeigen, dass sie auch ohne Arbeit genug Geld haben und versichert sind.

Die Bilateralen I gelten seit 2002. Sie bestehen aus sieben einzelnen Verträgen, die zusammen ein Vertragspaket bilden. Wenn ein Vertrag der Bilateralen I gekündigt, wird, werden also alle Verträge der Bilateralen I gekündigt (dies nennt man Guillotine-Klausel). Durch die Bilateralen I hat die Schweiz in gewissen Bereichen Zugang zum EU-Binnenmarkt. Ein Vertrag der Bilateralen I ist zum Beispiel die Personenfreizügigkeit. Darin wird geregelt, dass ArbeitnehmerInnen grundsätzlich frei wählen können, wo in der Schweiz oder der EU sie arbeiten und wohnen wollen. Weitere Verträge der Bilateralen I beschäftigen sich unter anderem mit der Forschung und der Landwirtschaft.

Die Bilateralen II gelten seit 2005. Sie bestehen aus neun einzelnen Verträgen. Ein Vertrag ist zum Beispiel das Schengen-Abkommen, das die Grenzkontrollen zwischen den EU-Mitgliedstaaten und der Schweiz aufhebt. Das heisst, Schweizer BürgerInnen können ohne Grenzkontrolle z. B. nach Frankreich reisen. Das gleiche gilt auch für EU-BürgerInnen, die in die Schweiz reisen. Weitere Verträge der Bilateralen II beschäftigen sich unter anderem mit den Themen Medien, Bildung und Umwelt. Die Beziehung zwischen der Schweiz und der EU wird immer wieder diskutiert. Mehrmals konnte auch das Schweizer Volk darüber abstimmen.

Ein Bilaterales Abkommen ist ein Vertrag zwischen zwei Parteien. Spricht man von Bilateralen Verträgen, so sind meist die Verträge zwischen der Schweiz und der EU gemeint. In ihnen ist die Zusammenarbeit in verschiedenen Bereichen zwischen der EU und der Schweiz geregelt. Die meisten Bilateralen Verträgen sind in den Vertragspaketen Bilaterale I und Bilaterale II geregelt.

Ein Binnenmarkt ist ein gemeinsamer Markt innerhalb von gewissen Grenzen. Ein Binnenmarkt kann sich also auf den Wirtschaftsmarkt innerhalb eines Staates oder innerhalb einer Staatengruppe beziehen. Normalerweise bezieht sich der Binnenmarkt deshalb auf den Binnenmarkt der EU. Innerhalb des Binnenmarkts der EU wird freier Handel betrieben. Das heisst, dass innerhalb der EU Waren und Dienstleistungen ohne sogeannte Handelshemnisse in allen EU Mitgliedsstaaten angeboten werden können. Es darf zwischen den Staaten zum Beispiel keine speziellen Zölle oder Einfuhrbeschränkungen geben.. Ein Schuhmacher aus Deutschland darf z.B. seine Schuhe ohne Bewilligung in Polen verkaufen). Ein Architekt aus Schweden darf auch in Ungarn ein Architekturbüro eröffnen und Häuser planen (Damit im gesamten Binnenmarkt die gleichen Regeln gelten, werden die Gesetze in den Mitgliedstaaten vereinheitlicht.

Das BIP ist eine Kennzahl, mit der versucht wird, die Wirtschaftliche Leistung eines Landes zu messen. Es misst den Wert aller Produkte und Dienstleistungen, die in einem Land hergestellt werden. Rechnet man z.B. den Wert aller Produkte und Dienstleistungen zusammen, die in der Schweiz hergestellt werden, erhält man das BIP der Schweiz. Im Jahr 2016 betrug das BIP der Schweiz gut 650 Milliarden Franken. Das BIP pro Einwohner in der Schweiz betrug gut 78 000 Franken. Mit dem BIP pro Einwohner verschiedener Länder vergleicht man die wirtschaftliche Leistung verschiedener Länder miteinander. Je höher das BIP pro Einwohner, desto grösser die wirtschaftliche Leistung.

Als Blauhelmtruppen werden die Friedenstruppen der UNO bezeichnet. Sie bestehen aus Soldaten der verschiedenen Mitgliedsländer. Sie sollen in Krisengebieten für Sicherheit sorgen.

Das Bruttonationaleinkommen (BNE) ist wie das BIP eine Kennzahl, mit der versucht wird, die wirtschaftliche Leistung eines Landes zu messen. Anders als das BIP misst es aber nicht der Wert aller Produkte und Dienstleistungen, die in einem Land hergestellt werden. Es misst den Wert aller Produkte und Dienstleistungen, die von Inländern hergestellt werden. Das BNE der Schweiz misst also z.B. den Wert aller Produkte und Dienstleistungen, die von Leuten hergestellt werden, die in der Schweiz wohnen . Dies unabhängig davon, ob sie dies in der Schweiz oder im Ausland tun.

Früher wurde das BNE Bruttosozialprodukt genannt.

Ein Bundesbeschluss ist ein Entscheid des Parlaments. Anders als mit einem Gesetz, schafft das Parlament mit einem Bundesbeschluss aber kein neues Recht, also neue Regeln. Mit einem Bundesbeschluss bewilligt das Parlament z.B. das vom Bundesrat vorgeschlagene Budget oder schlägt vor, die Verfassung zu ändern. Es gibt Bundesbeschlüsse, über die das Volk zwingend abstimmen muss (obligatorisches Referendum). Über manche Bundesbeschlüsse kann das Volk abstimmen, wenn das Referendum ergriffen wird (fakultatives Referendum). Über gewisse Bundesbeschlüsse kann das Volk nie abstimmen (sogenannter einfacher Bundesbeschluss). 

Das Bundesgericht ist das höchste Gericht der Schweiz (Judikative). Es sorgt dafür, dass das eidgenössische Recht einheitlich angewendet wird und dass die Kantone die vom Bund gesetzten Schranken in ihren Tätigkeiten nicht überschreiten. Die Bundesversammlung wählt eine Bundesgerichtspräsidentin/einen Bundesgerichtspräsidenten und zwischen 35–45 BundesrichterInnen. Das Bundesgericht ist in Lausanne.

Die Bundeskanzlei ist die sogenannte Stabstelle des Bundesrates: Sie koordiniert alle Aufgaben des Bundesrats und organisiert unter anderem die Sitzungen des Bundesrats und die Beziehungen zum Parlament. Sie ist ausserdem für die Amtlichen Veröffentlichungen verantwortlich, so zum Beispiel für das Abstimmungsbüchlein vor allen Abstimmungen. Die Bundeskanzlei wird von dem/der BundeskanzlerIn geleitet.    

Der/die BundeskanzlerIn leitet die Bundeskanzlei. Sie oder er berät und unterstützt den Bundesrat und die/den BundespräsidentIn bei den Aufgaben. Sie oder er wird von der vereinigten Bundesversammlung gewählt. Zur Zeit ist Walter Turnherr (CVP) Bundeskanzler.

Der oder die BundespräsidentIn ist eines der sieben Mitglieder des Bundesrates. Er oder sie leitet die Sitzungen des Bundesrats und vertritt den Bundesrat gegen aussen (z.B. im Ausland). Ansonsten hat der/die BundespräsidentIn die gleichen Rechte wie die anderen BundesrätInnen. Der/die BundespräsidentIn wechselt jedes Jahr und wird von der vereinigten Bundesversammlung gewählt. Im Jahr 2018 ist Alain Berset Bundespräsident.

Der Bundesrat ist die Regierung (Exekutive) der Schweiz. Er setzt die Gesetze um und kann Gesetze vorschlagen. Der Bundesrat hat sieben Mitglieder (BundesrätInnen) und wird alle vier Jahre von der vereinigten Bundesversammlung gewählt. JedeR BundesrätIn ist für die Leitung eines Departements zuständig. Der/die BundespräsidentIn wechselt jedes Jahr und wird jeweils für ein Jahr gewählt. Im Jahr 2018 ist Alain Berset Bundespräsident. Er bleibt gleichzeitig Vorsteher seines Departements.

A B D E F G H I J K L M N O P Q R S U V W Z
Unterstützen