ÜBERSICHTDas sind die Themen in diesem Dossier

  • Was ist der Klimawandel?
  • Was sind die Ursachen des Klimawandels?
  • Was sind die Folgen des Klimawandels?
  • Was sind Massnahmen gegen den Klimawandel?

GRUNDLAGENWas ist der Klimawandel?

Das Klima hat sich im Laufe der Zeit immer wieder verändert. Von Klimawandel spricht man, wenn sich die Wetterzustände über längere Zeit verändern. Wenn z.B. ein Sommer sehr heiss ist, dann ist das noch kein Klimawandel. Wenn jedoch über mehrere Jahrzehnte die Sommer im Durchschnitt immer heisser wurden, dann spricht man von Klimawandel.

Auf der Erde änderte sich das Klima immer wieder: Es gab Zeiten, in denen es wärmer war und Zeiten, in denen es kälter war.

Einen Klimawandel können wir heute beobachten. Die weltweite Temperatur (Mittelwert über Land und Wasser) ist von 1880 bis 2012 um 0.85°C gestiegen. Dabei hat sich die Erde seit 1950 um 0.5°C erwärmt.

Diese schnelle Veränderung kann nicht mehr nur mit natürlichen Ursachen erklärt werden. Der Mensch beeinflusst das Klima der Erde.

Die Grafik zeigt den Temperaturanstieg weltweit. Jede Jahrestemperatur steht im Vergleich zu der Durchschnittstemperatur von 1951–1980.
Die blaue Linie zeigt die Jahrestemperaturen. Die rote Linie zeigt den Fünfjahresdurschnitt der Temperaturen.

Lesebeispiel: 1920 war es ca. 0.2 °C kälter als in den Jahren 1951–1980 . Im Jahr 2017 war es 0.9 °C wärmer als in den Jahren 1951–1980 (Quelle: Climate Change 2014 Synthesis Report Summary for Policymakers, wikipedia.org)

WAS SIND DIE URSACHEN DES KLIMAWANDELS?

Ist der Klimawandel menschengemacht?

Der Klimawandel ist regelmässig ein Thema der Politik. Die Politik ist dabei auch auf Erkenntnisse der Wissenschaft angewiesen. Die Wissenschaft versucht die Ursachen des Klimawandels zu erklären.

Grundsätzlich wird angenommen, dass natürliche und menschliche Faktoren den Klimawandel bewirken. Natürliche Faktoren sind beispielsweise Vulkane, die Sonnenaktivität, Veränderungen bei den Meeresströmungen. Menschliche Faktoren sind beispielsweise die Verbrennung von Heizöl oder die Verwendung von fossilen Treibstoffen.

Umstritten ist aber, wie stark die jeweiligen Faktoren den Klimawandel beeinflussen. Manche sind der Meinung, dass es überhaupt keinen Klimawandel gibt. Andere sind der Meinung, dass es einen Klimawandel gibt, dieser jedoch nicht von den Menschen verursacht ist.

Die überwiegende Mehrheit der WissenschaftlerInnen ist der Meinung, dass der Klimawandel aufgrund von natürlichen und menschlichen Faktoren verursacht wird. Man kann den Klimawandel nicht nur mit natürlichen Faktoren erklären. Sie sind sich einig, dass der Klimawandel auch durch menschliche Faktoren verursacht wird. Der Mensch hat einen Einfluss auf das Klima der Welt.

Treibhauseffekt

Der Treibhauseffekt ist grundsätzlich dafür verantwortlich, dass wir in einer angenehmen Atmosphäre leben können. In den letzten 100 Jahren wurde jedoch immer mehr CO2  in der Atmosphäre freigesetzt. So wird auch immer mehr Wärme zurückgehalten.

Stell dir ein Treibhaus vor, in welchem du Gemüse pflanzt. Die Sonnenstrahlen dringen zwar durch die durchsichtige Abdeckfolie und erhitzen den Boden. Die Wärme kann aber nicht mehr ins Freie gelangen und wärmt das Treibhaus auf.

Das Gleiche passiert auch auf der Erde. Anstatt einer Plastikfolie umgeben jedoch immer mehr Treibhausgase die Erde. Treibhausgase entstehen unter anderem durch das Verbrennen von Energieträgern wie Öl, Kohle oder Gas.

Wenn man z.B. Öl verbrennt, dann wird CO2freigesetzt und gelangt in die Erdatmosphäre. Dieses Gas hat eine ähnliche Wirkung wie die Plastikfolie im Treibhaus: Sonnenstrahlen gelangen auf die Erde. Die Wärmestrahlen gelangen jedoch nicht mehr alle aus der Atmosphäre hinaus, weil einige davon von den Treibhausgasen reflektiert werden.

Denn Sonnenstrahlen sind kurzwellige Wärmestrahlen. Diese dringen durch die Atmosphäre auf die Erde. Der Boden gibt die Strahlen als langwellige Wärmestrahlen zurück. Diese bleiben grösstenteils in der Atmosphäre.

WAS SIND DIE FOLGEN DES KLIMAWANDELS?

Folgen weltweit

Der Klimawandel betrifft uns alle auf unterschiedliche Weise. Weltweit werden Temperaturen im Schnitt steigen. Dies hat unterschiedliche Folgen: Je nach Region auf der Welt wird sich das Klima unterschiedlich verändern. Während zum Beispiel Küstenregionen stärker von steigendem Wasserspiegel betroffen sind, werden andere Regionen stärker von Dürren betroffen. 

  • Mögliche Folgen des Klimawandels sind steigende Temperaturen und jahreszeitliche Verschiebungen der Niederschläge. Diese machen das Wetter extremer. Stürme, Fluten und Schneefall können stärker und häufiger auftreten. Extremes Wetter kann die Infrastruktur schädigen oder zerstören.

Hurrikan Katrina 2005. Hurrikans können häufiger und heftiger auftreten. (Quelle: wikipedia.org)

  • Lange Dürren schaden der Landwirtschaft. Die Versorgung gewisser Menschen mit Essen und Wasser wird erschwert. Die Gesundheit von Menschen in Städten wird gefährdet, weil die Luftqualität durch steigende Temperaturen weiter abnimmt. 
  • Anstieg der Meeresspiegel: Es wird befürchtet, dass der Meeresspiegel bis ins Jahr 2100 um 25 bis 80 Zentimeter steigen könnte. Küstenregionen sind durch Sturmfluten gefährdet. Gewisse Regionen können durch den Anstieg des Meeresspiegels unbewohnbar werden. 
  • Ozeane werden wärmer und saurer: Dies kann zur Folge haben, dass Korallenriffe absterben. Zudem wird das Ökosystem in vielen Regionen gestört.

Es gibt weitere mögliche Folgen des Klimawandels. Diese sind teilweise noch schwer abzuschätzen:

  • So kann der Klimawandel negative Folgen für die Weltwirtschaft oder die Ernährung haben. 
  • Es kann zu Artensterben kommen. 
  • Ebenso ist möglich, dass es eine verstärkte Migration durch Klimaflüchtlinge gibt.

Folgen Klimawandel Schweiz

In der Schweiz sind die Temperaturen in den letzten Jahrzehnten überdurchschnittlich gestiegen. Heute liegt die Durchschnittstemperatur im Vergleich zu 1864 um 2°C höher. Die Schweiz ist vom Klimawandel stärker betroffen als andere Gebiete.

Die Grafik zeigt die Abweichung der Jahrestemperatur im Vergleich zum Durchschnitt von 1864-1900 in Basel.
Lesebeispiel: 1920 war es durchschnittlich knapp 1°C wärmer als in der Zeit von 1864-1900.
(Quelle: meteoschweiz.ch)

Der Klimawandel hat in der Schweiz bei folgenden Punkten einen Einfluss:

  • Permafrostgebiete tauen auf: Permafrost (Dauerfrostboden) zeichnet sich dadurch aus, dass dieser Boden immer gefroren ist. Wenn Permafrost auftaut, kann es z.B. zu Hangrutschen und Felsstürzen kommen.
  • Gletscher schmelzen.
  • Schneefallgrenze steigt: Tiefer gelegene Wintersportorte werden in Zukunft immer weniger Schnee haben.
  • Veränderung der Artenzusammensetzung: Neue Bedingungen im Klima (weniger Regen, wärmere Sommer) haben einen Einfluss auf die Zusammensetzung der Pflanzen- und Tierwelt.
  • Gesundheitsrisiko durch Hitzetage: Hitzeperioden mit besonders heissen Tagen nehmen zu. Dies kann insbesondere für alte und schwache Personen gesundheitsschädigend bis tödlich sein.
  • Es ist zu erwarten, dass extreme Wetterereignisse zunehmen: Das heisst, dass es mehr Stürme, Hitzewellen, Überschwemmungen, aber auch Kälteeinbrüche und andere extreme Wetterereignisse gibt. 
  • Die zunehmende Trockenheit kann einen negativen Einfluss auf die Landwirtschaft haben und erhöht die Waldbrandgefahr.

Auch wenn die negativen Folgen des Klimawandels überwiegen, hat der Klimawandel auch positive Auswirkungen. So rechnet der Bund in grossen Teilen der Schweiz mit Erntesteigerungen in der Landwirtschaft, zum Beispiel beim Weinbau. Auch mit mehr Tourismus in den Sommermonaten darf gerechnet werden.

Gletscher schmelzen wie der dargestellte Rhonegletscher im Kanton Wallis. (Quelle: wikipedia.org)

WELCHE MASSNAHMEN WERDEN UNTERNOMMEN?

Klimakonferenzen

Die Wissenschaft versucht zu erklären, wie es zum Klimawandel kommt und welche Konsequenzen daraus zu erwarten sind. Die Politik muss entscheiden, wie auf den Klimawandel reagiert werden soll. Es wird einerseits diskutiert, ob man reagieren muss und andererseits, wie man reagieren muss.

Der Klimawandel betrifft die ganze Welt. 1980 fand die erste Weltklimakonferenz in Genf statt. Seitdem gab es 21 Klimakonferenzen.

Als wesentliche Ergebnisse sind insbesondere das Klimarahmenabkommen von Rio 1992, das Kyoto-Protokoll von 1997 sowie die Pariser Klimakonferenz von 2015 bedeutend. Im Kyoto-Protokoll verpflichteten sich die Industrienationen, nicht mehr CO2auszustossen, als im Jahr 1990. 2015 unterzeichneten 195 Länder das Pariser Klimaabkommen. Dieses Abkommen hat zum Ziel, dass die mittlere Temperatur der Erde gegenüber vorindustriellen Werten nicht mehr als um 2°C ansteigt.

Massnahmen Schweiz

Die Schweiz ist dem Klimaübereinkommen von Paris beigetreten. Dadurch hat sich die Schweiz selbst dazu verpflichtet, den Treibhausgasausstoss im Vergleich zu 1990 zu senken:

  • Bis 2030 soll der Treibhausgasausstoss halbiert werden. Davon sollen 30 Prozent durch Projekte im Inland und 20 Prozent durch Projekte im Ausland reduziert werden. 
  • Bis 2050 soll der Treibhausgasausstoss um 70.85 Prozent gesenkt werden.

Aufgrund des Kyoto-Protokolls hat die Schweiz das CO2-Gesetz eingeführt. Dies beinhaltet eine Reduktion der Treibhausgase um 20% im Zeitraum von 1990 bis 2020. Bis ins Jahr 2017 hat die Schweiz den Treibhausgasausstoss um 12% senken können. Diese Fortschritte konnten erzielt werden, indem CO2-Abgaben im Gebäudebereich eingeführt wurden. Zum Beispiel wurden höhere Abgaben auf Benzin verlangt, um damit Gebäude besser zu isolieren. Trotzdem wird das Ziel von 20% wahrscheinlich nicht erreicht. Um die Klimaziele für das Jahr 2030 zu erreichen, möchte der Bundesrat das CO2-Gesetz überarbeiten. Dabei will er neben strengeren Vorschriften auch Anreize schaffen, um weniger Treibhausgase zu produzieren. Zudem soll vermehrt auf den technologischen Fortschritt gesetzt werden.

Da der Klimaschutz ein globales Problem ist, versucht die Schweiz auch Klimaschutz-Projekte im Ausland zu unterstützen. Beispielsweise werden Gelder in einen Fond einbezahlt, welcher solche Projekte in Entwicklungsländern finanziert.

Die Schweiz versucht nicht nur, mit Massnahmen den Klimawandel abzuschwächen. Sie versucht auch, sich mit Massnahmen auf Folgen des Klimawandels anzupassen. 

Anpassungen an den Klimawandel

Die Schweiz wird in Zukunft vom Klimawandel betroffen sein (siehe Folgen Klimawandel). Die Schweiz muss sich an den Klimawandel anpassen. Der Bund hat eine Strategie ausgearbeitet, um das Vorgehen zu koordinieren.

Ein Beispiel für eine solche Massnahme ist die Renaturierung von Flüssen. Damit werden Flüsse an einigen Stellen verbreitert. So gibt es mehr Platz für das Wasser bei starken Regenfällen und die Gefahr für Hochwasser wird vermindert. In städtischen Gebieten kann beispielsweise durch mehr Grünflächen das Stadtklima verbessert werden. Dies ist eine raumplanerische Massnahme, um sich dem Klimawandel anzupassen. Im Bereich Wirtschaft hilft der Bund Firmen aus der Tourismusbranche, ihr Angebot den neuen klimatischen Gegebenheiten anzupassen. Zum Beispiel wird der Sommertourismus in tieferen Bergregionen immer wichtiger, da die Schneefallgrenze steigt. Mehr Infos

PLastikabfall

Ursachen und Problem

Ein weiteres grosses Umweltproblem, welches in der Politik und in den Medien oft diskutiert wird, ist der Plastikmüll. In der Schweiz werden jährlich 780 000 Tonnen Plastikabfälle entsorgt. Das sind 100 kg pro Kopf und drei Mal so viel wie der jährliche europäische Durchschnitt.

Etwa 80 Prozent des Plastikabfalls wird nicht recycelt, sondern in Kehrrichtverwertungsanlagen zur Energiegewinnung verbrannt. Plastik wird aus Erdöl hergestellt. Die Erdölreserven sind endlich, das heisst je mehr Plastik verbraucht wird, desto schneller wird das Erdöl aufgebraucht sein.

Manchmal werden Plastikabfälle weder recycelt noch entsorgt, sondern auf den Boden geschmissen. Dies nennt man Littering. Neben der Sauberkeit des Lebensraums und den Reinigungskosten, leidet vor allem die Natur unter den Folgen. Weggeworfene Abfälle landen via Flüsse in den Weltmeeren. Die UNO rechnet damit, dass es im Jahr 2050 mehr Plastik als Fische in den Weltmeeren hat. Tiere können sich in alten Fischernetzen verfangen oder halten Plastik für Nahrung. Durch das Zusichnehmen von Plastik können Tiere verenden, da die Verdauung dadurch nicht mehr richtig funktioniert. Nach Jahrzehnten zersetzt sich der Plastikmüll in kleinste Teile. Dieser Mikroplastik bleibt jedoch in den Meeren und wird von den Meerestieren aufgenommen. Essen wir Fisch oder Meeresfrüchte, kann es sein, dass der Mikroplastik dadurch in unserem Körper landet.

Bildquelle: Pixabay.com

Massnahmen

Bislang werden neben PET-Flaschen und anderen Flaschen aus Plastik, keine weiteren Kunststoffe gesammelt und wiederverwertet. Der Bund verzichtet bislang auf weitere Massnahmen, um die grossen Mengen an Plastikmüll zu vermindern. Jedoch hat das Parlament im Jahr 2018 eine Motion eingereicht. Darin wird der Bundesrat beauftragt, Massnahmen gegen die Belastung der Umwelt durch Kunststoffe zu beschliessen.

Verbote und Steuern auf Einwegplastik werden oft diskutiert. Die Stadt Neuenburg verbietet in Restaurants Strohhalme, die nicht kompostierbar oder wiederverwertbar sind. Die EU geht noch weiter und verbietet beispielsweise auch Einweggeschirr und Wattestäbchen aus Kunststoff. In der Schweiz haben einige private Firmen freiwillige Massnahmen getroffen. Zum Beispiel haben die grossen Schweizer Detailhändler eine Gebühr von 5 Rappen auf Plastiksäckchen eingeführt. Damit ist die Nachfrage um 80 Prozent gesunken.

Energie

Energiestrategie 2050

2017 hat die Schweizer Bevölkerung die Energiestrategie 2050 angenommen. Diese hat zum Ziel, dass in der gesamten Schweiz weniger Energie verbraucht werden soll. Erneuerbare Energien sollen gefördert werden. Zudem ist der Bau von Kernkraftwerken verboten. Um dies zu erreichen, umfasst die Energiestrategie 2050 folgende vier Massnahmen:

  • Der Energieverbrauch soll gesenkt werden.
  • Die Energieeffizienz soll gesteigert werden.
  • Erneuerbare Energie soll stärker gefördert werden.
  • Es dürfen keine neuen Kernkraftwerke gebaut werden.

Kantonale Umsetzung der Energiestrategie 2050

Die Schweiz ist ein föderalistischer Staat. Das bedeutet, dass die Aufgaben zwischen dem Bund und den Kantonen aufgeteilt sind. Die Kantone sind in vielen Bereichen selbstständig. Trotzdem kann der Bund Regeln machen, wie die Kantone eine Aufgabe umsetzen müssen. Mehr zum Föderalismus findest du hier.

Auch die Umsetzung der Energiestrategie 2050 betrifft Bereiche, für welche die Kantone zuständig sind. An verschiedenen Stellen im Gesetz sind darum direkt die Kantone angesprochen. Es steht beispielsweise «Die Kantone sorgen dafür, dass…».

Ein Bereich, in dem die Kantone aktiv werden müssen, ist der Gebäudebereich. Die Energiestrategie 2050 sieht vor, dass die Gebäude in Zukunft weniger Energie verbrauchen (z.B. durch bessere Heizungen). Für solche Vorschriften sind die Kantone zuständig. Die Kantone passen darum momentan ihre kantonalen Gesetze an. In den Kantonen Luzern, Obwalden, Jura Basel-Stadt und Basel-Land wurden bereits Massnahmenpakete angenommen. Abgelehnt wurden solche Massnahmenpakete in Bern und Solothurn.

Energieverbrauch Schweiz

Seit der Industrialisierung verbrauchen die Menschen immer mehr Energie. Diese Energie wird zu einem grossen Teil aus fossilen Energieträgern gewonnen. Fossile Energieträger sind z.B. Erdöl, Erdgas und Kohle. Indem diese gebraucht werden, werden Treibhausgase freigesetzt.

Auch in der Schweiz brauchen wir jeden Tag Energie: Wir heizen unsere Wohnung, laden das Handy auf oder reisen mit dem Zug oder dem Auto. Seit den 1960er-Jahren ist der Energieverbrauch in der Schweiz stark gestiegen. Dabei können wir vor allem drei Hauptverbraucher unterscheiden: die privaten Haushalte, die Wirtschaft und den Verkehr.

Dabei wird Energie aus unterschiedlichen Energieträgern verwendet. Der grösste Anteil haben Treibstoffe wie Benzin oder Diesel. Danach wird am meisten Elektrizität gebraucht. Erdölbrennstoffe werden zu einem grossen Teil zum Heizen verbraucht (Heizöl).

Energieverbrauch in der Schweiz 2017 (Quelle: Bundesamt für Energie)

Energieproduktion

Energieträger

Um Energie zu produzieren, braucht man Energieträger. Das sind Rohstoffe, die zum Beispiel in Kraftwerken zu Strom umgewandelt werden. Unterscheiden kann man dabei zwischen erneuerbaren und nicht-erneuerbaren Primär-Energieträgern.

Erneuerbare Energie

Erneuerbare Energien sind zum Beispiel Wasser, Biomasse, Sonne, Wind und Geothermie. Diese alternativen Energien können sich erneuern oder nachwachsen. Im Gegensatz dazu sind fossile Energien endlich und können nicht erneuert werden. Fossile Energien sind zum Beispiel Öl, Kohle oder Gas. 

Wasserkraft

Durch einen Staudamm oder einen Fluss wird Wasser gesammelt. Das Wasser wird durch Rohre zu Turbinen weitergeleitet und treibt diese an. Die Bewegungen werden in einem Generator in Strom umgewandelt. Weil es in der Schweiz viel regnet und es viele Seen gibt, ist die Wasserkraft in der Schweiz die wichtigste erneuerbare Energie. Gemäss dem Bund kommt 56% des Schweizer Stroms von Wasserkraft. 

Solarenergie

Auch: Photovoltaik, Sonnenenergie
Solarenergie wird mit Solaranlagen erzeugt, die aus vielen Solarzellen bestehen. In jeder Solarzelle löst die Wärme des Sonnenlichts chemische Prozesse aus. Diese chemischen Prozesse laufen so lange wie das Sonnenlicht scheint und die Solarzellen erhitzt. In diesem chemischen Prozess werden gebundene Elektronen getrennt und weitergeleitet. Dieser Kreislauf erzeugt Strom. 

Geothermie

Auch: Wärmeenergie
Geothermie erzeugt Energie aus Wasserwärme aus dem Erdinnern.

Im Wasser unterhalb der Erdoberoberfläche ist Wärme gespeichert. Zum einen kommt diese Wärme aus dem Zerfall von radioaktiven Elementen in den Gesteinen. Zum andern stammt diese Wärme aus Restwärme, die bei der Entstehung der Erde entstanden ist. Je tiefer das Wasser im Erdinnern ist, desto heisser ist es. Das heisse Wasser wird in einen Bohrturm an die Oberfläche gepumpt. Mit dem heissen Wasser können Turbinen angetrieben werden, die Strom erzeugen. Das heisse Wasser kann auch direkt in die Haushalte geleitet werden. Das abgekühlte Wasser wird dann wieder in die Erde zurückgeleitet. 

Umgebungswärme

Umgebungswärme ist Sonnenwärme, die in der Luft, im Erdinnern und im Wasser gespeichert ist.

Mit Wärmepumpen kann diese Wärme zum Beispiel für das Heizen in Häuser weitergeleitet werden. 

Biomasse

Biomasse steht für organische Materialien, die durch Fotosynthese produziert werden. Biomasse sind zum Beispiel Holz, Mist vom Hof, Getreide oder pflanzliche Abfälle. Es gibt verschiedene Möglichkeiten diese in Energie (Wärme, Strom oder Treibstoff) umzuwandeln.

  • Biogasanlage: Die Biomasse wird in einem Behälter zersetzt und gegärt. Dabei wird die Biomasse heiss und es bildet sich Biogas. Das Biogas wird anschliessend gereinigt. Dann kann es in Motoren verbrannt oder mit einem Generator in Strom umgewandelt werden. Der Rest kann als Dünger gebraucht werden. 
  • Blockheizkraftwerk: In einem Blockheizkraftwerk wird Holz verbrannt. Der Dampf treibt eine Dampfturbine an. Ein Generator wandelt die Energie in Strom um. 

Windenergie

Windenergie wird in Windkraftanlagen (auch: Windenergieanlagen) erzeugt. Der Wind treibt die Windblätter einer Windkraftanlage an. Die Windblätter sind an einen Generator angeschlossen. Im Generator wird die Bewegung der Windblätter in Energie umgewandelt. Die Bewegung der Windblätter kann auch verstärkt oder gebremst werden.

Weil der Wind in der Höhe stärker bläst, sind Windkraftwerke hoch gebaut. Je stärker der Wind bläst, desto schneller drehen sich die Windblätter und desto mehr Energie wird erzeugt. Windkraftanlagen können sich nach der Windrichtung ausrichten. Mehrere Windkraftanlagen zusammen werden Windpark genannt. 

Kernenergie

Atomstrom wird in Kernkraftwerken (auch: Atomkraftwerken oder Nuklearreaktor) erzeugt. Atomstrom wird in zwei Schritten erzeugt. In einem ersten Schritt wird radioaktives Material (meistens Uran) gespaltet. Der Atomkern wird dabei in mehrere Teile gespaltet. Dies nennt man Kernspaltung. Dabei wird Energie freigesetzt. Im zweiten Schritt wird die Energie benutzt, um Wasser zu erhitzen und zu Wasserdampf zu machen. Der Wasserdampf treibt die Turbinen eines Generators an und wird so in Strom umgewandelt. 

Kernenergie in der Schweiz

Heute gibt es in der Schweiz fünf Kernkraftwerke: Beznau 1 und 2, Gösgen, Leibstadt und Mühleberg. Mit der Energiestrategie bleiben die Kernkraftwerke noch so lange am Netz, wie sie sicher sind. Es dürfen keine neuen Kernkraftwerke gebaut werden.

Mühleberg
Kanton: Bern 
Abschaltung: 2019, unabhängig von der Energiestrategie 2050 (Der Abbau dauert bis 2034)
Anteil Stromproduktion Schweiz: 4.3%

Beznau 1 und 2
Kanton: Aargau
Abschaltung: Unbekannt
Anteil Stromproduktion Schweiz: B1 – 4.5% B2 – 4.2%

Gösgen
Kanton: Solothurn
Abschaltung: Unbekannt
Anteil Stromproduktion Schweiz: 9.4% 

Leibstadt
Kanton: Aargau
Abschaltung: Unbekannt
Anteil Stromproduktion Schweiz: 14.1%