Was ist die Altersvorsorge?

Wirst du pensioniert, gehst du in den Ruhestand. Du erhältst also keinen Lohn mehr. Damit du nach der Pensionierung doch noch Geld zum Leben hast, gibt es die Altersvorsorge. In der Schweiz ist die Altersvorsorge in drei Teile aufgeteilt. Diese Teile nennt man Säulen. Man spricht darum bei der Schweizer Altersvorsorge vom «3-Säulen-Prinzip». 

Die AHV ist dafür da, dass du im Ruhestand die minimalen Lebenskosten bezahlen kannst. Die Pensionskasse (2. Säule) und die private Altersvorsorge (3. Säule) sind dafür da, dass du im Ruhestand zusätzliche Kosten bezahlen kannst. 

Erste Säule

Die erste Säule ist die AHV (Alters- und Hinterlassenenversicherung). Die AHV ist obligatorisch: Erhältst du einen Lohn, so musst du einen Teil deines Lohnes in die AHV einbezahlen (AHV-Beitrag). Der AHV-Beitrag wird je zur Hälfte vom / von der ArbeitnehmerIn und dem/der ArbeitgeberIn bezahlt. Sobald du pensioniert bist, erhältst du von der AHV jeden Monat eine Rente. Die Höhe der Rente hängt davon ab, wie viel du in deinem Leben durchschnittlich verdient hast. Es gibt jedoch eine minimale sowie eine maximale AHV-Rente. Finanziert wird die AHV durch das sogenannte Umlageverfahren: Das bedeutet, dass die aktuellen Ausgaben durch die aktuellen Einnahmen finanziert werden. Die heutigen Renten der Pensionierten werden also durch die heutigen AHV-Beiträge der ArbeitnehmerInnen bezahlt.

Zweite Säule

Die zweite Säule bilden die Pensionskassen (auch BVG = berufliche Vorsorge genannt). In die Pensionskasse musst du erst ab einem bestimmten Jahreseinkommen einzahlen (2017: 21'250.-). Erreichst du diese Lohnstufe, so bezahlen du als ArbeitnehmerIN, und dein/e ArbeitgeberIn, wie bei der AHV, je einen Teil des Lohnes in die Pensionskasse ein (Pensionskassen-Beitrag). Nach der Pensionierung kannst du dich entscheiden, wie du das Geld von der Pensionskasse erhalten möchtest. Es gibt folgende Möglichkeiten wie du das Geld erhalten kannst:

  • Als regelmässige Rente im Ruhestand
  • Ausbezahlen des ganzen gesparten Geldes auf einmal (Kapitalbezug)
  • Einen Teil des Geldes als Rente und einen Teil des Geldes als Kapitalbezug

Finanziert wird die Pensionskasse durch das sogenannte Kapitaldeckungsverfahren. Das ist das Gegenteil des Umlageverfahrens. Die Pensionskasse kannst du dir wie ein Bankkonto vorstellen: Die eigenen Pensionskassen-Beiträge werden auf dieses Konto einbezahlt. Wirst du pensioniert, dann wird die eigene Rente oder der eigene Kapitalbezug von diesem Konto bezahlt. Das Geld, dass du nach der Pensionierung von der Pensionskasse erhältst, ist also das eigene, angesparte Geld. Daher gibt es anders als bei der AHV auch keine minimale oder maximale Rente. Die Höhe hängt davon ab, wie viel du in die Pensionskasse einbezahlt hast.

Dritte Säule

Die dritte Säule nennt man Selbstvorsorge. Dabei kann zwischen der gebundenen Selbstvorsorge (3a) und der freien Selbstvorsorge (3b) unterschieden werden.

  • Die freie Selbstvorsorge ist das normale Sparen, z. B. auf einem Sparkonto.
  • Für die gebundene Selbstvorsorge dagegen kannst du ein spezielles Konto eröffnen. Für das Geld auf diesem Konto musst du keine Steuern bezahlen, bekommst es aber grundsätzlich erst wieder kurz vor der Pensionierung zurück. Weil das Geld von den Steuern abgezogen werden kann, kannst du so Steuern sparen. Es gibt aber einen Maximalbetrag den du einzahlen darfst.

Die dritte Säule ist freiwillig. Sie ist dafür da, dass du auch neben den ersten beiden obligatorischen Säulen auch privat und freiwillig sparst.

Geschichte der AHV

Die AHV wurde 1948 eingeführt. Seit 1972 sind die drei Säulen in der Bundesverfassung verankert. Zwischen 1948-1997 gab es zehn AHV-Reformen. Seither gab es verschiedene Versuche, die AHV zu reformieren. Alle Vorschläge wurden jedoch im Parlament oder vom Volk abgelehntSeit Ende 2015 wurde im Parlament die Reform «Altersvorsorge 2020» besprochen. Gegen die Reform wurde das Referendum ergriffen. Deshalb stimmen wir am 24. September September darüber ab. Wird die Reform der Altersvorsorge 2020 angenommen, dann tritt sie am 01. Januar 2018 in Kraft. 

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