Dominic erklärt 'Schland!

Am 24. September fanden in Deutschland die Bundestagswahlen statt. Der Bundestag ist das nationale Parlament Deutschlands. Dominic, unser Auslandschweizer in Berlin, erklärt regelmässig Wissenswertes rund um das grösste Nachbarland der Schweiz.

Folge 1 - das Wahlsystem

In Deutschland bekommt man nicht wie in der Schweiz eine lange Liste mit vielen Namen – man hat genau zwei Stimmen. Man spricht von der Erststimme und der Zweitstimme. 

Erststimme: Bei den Bundestagswahlen ist Deutschland in 299 Wahlkreise aufgeteilt. In jedem dieser Wahlkreise stellen die verschiedenen Parteien eineN KandidatIn auf. JeneR KandidatIn, die am meisten Stimmen bekommt, gewinnt das sogenannte Direktmandat im Wahlkreis und zieht direkt in den Bundestag ein.

Zweitstimme: Mit der Zweitstimme wählt man eine Partei. Je mehr Zweitstimmen eine Partei erhält, desto mehr Sitze bekommt sie im Bundestag. Wie stark eine Partei im Bundestag vertreten ist, hängt also von der Zweitstimme ab.

Nun kann es sein, dass eine Partei mehr Direktmandate (Erststimme) gewinnt, als ihr eigentlich nach Zweitstimme Sitze zustehen würde. Machen wir ein Beispiel: Die Partei A bekommt nach Zweitstimmen 100 Sitze im Bundestag. Die Partei A gewinnt aber in 120 Wahlkreisen ein Direktmandat. Sie hat also 20 Mandate mehr, als ihr eigentlich zustehen würden. Diese 20 zusätzlichen Sitze nennt man Überhangmandate.

Bis zu den Wahlen im Jahr 2009 hatten Parteien, die Überhangmandate gewonnen haben, Glück – sie waren stärker im Bundestag vertreten, als sie nach Zweitstimmen gewesen wären. 2012 hat das Verfassungsgericht aber entschieden, dass dieses Wahlsystem gegen die Verfassung verstösst. Seit den Wahlen im Jahr 2013 gilt darum ein neues Wahlsystem: Parteien mit Überhangmandaten können die Überhangmandate zwar weiterhin behalten. Die anderen Parteien erhalten aber sogenannte Ausgleichsmandate. Und zwar erhalten die anderen Parteien so viele Ausgleichsmandate, dass die Sitzverteilung im Bundestag wieder jener nach Anteil Zweitstimmen entspricht.

Aufgrund von diesen Überhang- und Ausgleichsmandaten weiss man vor den Wahlen nicht, wie viele Leute nach den Wahlen im Bundestag sitzen werden. Der Bundestag hat mindestens 598 Mitglieder. Je mehr Überhangmandate es jedoch gibt, desto grösser wird auch der Bundestag. In den letzten vier Jahren hatte der Bundestag 631 Sitze. Beobachter gehen davon aus, dass es bei den Wahlen im September noch mehr Sitze werden.

Folge 2 - Angela Merkel (CDU)

Folge 3 - Martin Schulz (SPD)

Folge 4 - KoalitionenBald online

Verschiedene Koalitionen

Die verschiedenen Koalitionen werden meist nach den Parteifarben der Parteien in der Koalition benannt. So hat die CDU die Farbe schwarz, die SPD die Farbe rot, die Grünen natürlich grün, die Linken ebenfalls rot und die FDP gelb. Auf Bundesebene gab es in der Vergangenheit schwarz-rote Koalitionen (auch grosse Koalition oder GroKo genannt; CDU, SPD), schwarz-gelbe (CDU, FDP), rot-gelbe (auch sozialliberale Koalition genannt; SPD, FDP) und rot-grüne (SPD, Grüne). Auf Ebene der Bundesländer gibt es zusätzlich immer wieder andere Kombinationen, teils mit ausgefallenen Namen: so ist eine Ampel-Koalition eine Koalition aus SPD, FDP und den Grünen (die Parteifarben ergeben eine Ampel). Eine Jamaika-Koalition ist eine Koalition aus der CDU, der FDP und den Grünen (die Parteifarben ergeben die Jamaikanische Flagge).

Folge 5 - die Prognose

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