Bundesratswahlen5. Dezember 2018

Im September haben sowohl Bundesrätin Doris Leuthard als auch Bundesrat Johann Schneider-Ammann ihren Rücktritt auf Ende Jahr bekannt gegeben. Sie sind also nur noch bis Ende Jahr Bundesrätin und Bundesrat. Am 5. Dezember mussten darum zwei neue BundesrätInnen gewählt werden.

Gewählt sind:

Viola Amherd
CVP, 56 Jahre, Nationalrätin Kanton Wallis

Karin Keller-Sutter
FDP, 54 Jahre, Ständerätin Kanton St. Gallen

Was du über die Wahl wissen musst

Wer trat zurück?

Johann Schneider-Ammann und Doris Leuthard (Bild: grenchnertagblatt.ch)

Doris Leuthard ist Mitglied der Christlich-Demokratischen Volkspartei (CVP) und war seit 2006 Bundesrätin. Sie war von 2006 bis 2010 Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) und war seit 2010 Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (UVEK). Sie war zudem in den Jahren 2010 und 2017 Bundespräsidentin.

Johann Schneider-Ammann ist Mitglied der FDP.Die Liberalen (FDP) und war seit 2010 Bundesrat. Seit 2010 war er Vorsteher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF). Er war zudem im Jahr 2016 Bundespräsident.

Wer hat sonst noch kandidiert?

Die vereinigte Bundesversammlung konnte grundsätzlich jede stimmberechtigte Person der Schweiz als NachfolgerIn für die beiden abtretenden BundesrätInnen wählen. Es war jedoch  nicht bestritten, dass Doris Leuthard durch jemanden aus der CVP und Johann Schneider-Ammann durch jemanden aus der FDP ersetzt werden soll. Die beiden Parteien haben am 16. November entschieden, wen sie zur Wahl vorschlagen wollen. Beide Parteien haben ein sogenanntes Zweier-Ticket vorgestellt: Beide Parteien haben zwei KandidatInnen aus ihrer Partei vorgestellt. Die Bundeversammlung konnte dann entscheiden, welche dieser zwei KandidatInnen sie wählen will. Neben den den neu gewählten Bundesrätinnen Viola Amherd und Karin Keller- Sutter waren auf dem Ticket:

CVP

Heidi Z'graggen
52 Jahre, Regierungsrätin Kanton Uri

Ebenfalls Interesse an einer Kandidatur, aber nicht nominiert wurden:

  • Peter Hegglin: 57 Jahre, Ständerat Kanton Zug
  • Elisabeth Schneider-Schneiter: 54 Jahre, Nationalrätin Kanton Basel-Landschaft

FDP

Hans Wicki
54 Jahre, Ständerat Kanton Nidwalden

Ebenfalls Interesse an einer Kandidatur, aber nicht nominiert wurde:

  • Christian Amsler: 54 Jahre, Regierungsrat Kanton Schaffhausen

Frauenfrage im Bundesrat

Gelten als die Favoritinnen: Karin Keller-Sutter (FDP; links) und Viola Amherd (CVP). (Bild: nau.ch)

Von den sieben BundesrätInnen waren bisher zwei weiblich (Doris Leuthard und Simonetta Sommaruga). Da es ohne Doris Leuthard nur noch eine Frau im Bundesrat gegeben hätte, war klar, dass mindestens eine Frau als Nachfolgerin für Doris Leuthard oder Johann-Schneider-Ammann gewählt werden sollte. Viele Stimmen forderten jedoch, dass zwei Frauen gewählt werden. Damit wären drei der sieben BundesrätInnen weiblich. Die Frauen seien damit gerechter im Bundesrat vertreten als bisher. 

Bisher gab es insgesamt nur sieben Frauen im Bundesrat. Im Jahr 1984 wurde Elisabeth Kopp (FDP) als erste Frau überhaupt in den Bundesrat gewählt. 1989 trat Kopp zurück und wurde durch einen Mann ersetzt. Eine Frau im Bundesrat gab es mit Ruth Dreifuss (SP) erst wieder ab 1993. Mit Ruth Metzler (CVP) kam 1999 eine zweite Frau hinzu. Zwar folgte nach Dreifuss' Rücktritt 2002 mit Micheline Calmy-Rey eine Frau, da 2003 jedoch Ruth Metzler abgewählt und statt ihr Christoph Blocher (SVP) gewählt wurde, gab es wieder nur eine Frau im Bundesrat. Dies änderte sich, nachdem 2006 Doris Leuthard (CVP) als zweite und 2007 Eveline Widmer-Schlumpf (BDP) als dritte Frau gewählt wurden. Mit der Wahl von Simonetta Sommaruga (SP) 2010 gab es eine kurze Zeit mit vier Frauen sogar eine Frauenmehrheit im Bundesrat. Dies änderte sich jedoch bereits 2011 wieder, nachdem Alain Berset (SP) Micheline Calmy-Rey (SP) im Amt folgte. 2015 wurde schliesslich auch für Eveline Widmer-Schlumpf ein männlicher Nachfolger gewählt und seitdem sind nur zwei Frauen im Bundesrat vertreten.

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